Projekt I-CARE: Individuelle Aktivierung von Menschen mit Demenz

Auf der REHAB zeigt die AWO Karlsruhe den I-CARE-Prototyp, eine Tablet-Software für Demenz-Patienten. Dafür sind weitere Teilnehmer*innen für die Weiterentwicklung des Produkts gesucht.

Projekt I-CARE

„Wir haben viel geschafft! Das Programm macht richtig Spaß. Ich erinnere mich gerne an meine Fußballmannschaft. Die Bilder und Videos helfen mir dabei“, erzählt einer der Teilnehmer des Forschungsprojekt I-CARE. Einmal in der Woche wurden die Seniorinnen und Senioren in ihren eigenen vier Wänden, in ambulanten Einrichtungen oder im Gruppentreffen in der Nachbarschaft gemeinsam mit geschulten Begleitpersonen in die Entwicklung des I-CARE-Aktivierungsprogramms eingebunden. Mitarbeitende der AWO Karlsruhe gemeinnützige GmbH begleiteten die Karlsruher Projektteilnehmer*innen des Verbundprojekts I-CARE.

Die Zielsetzung von I-CARE besteht darin, die Kommunikation und soziale Teilhabe sowie die spontane Bildung von Aktivierungsgruppen technisch zu unterstützen. Die Lebensqualität von Personen mit Demenz soll damit gefördert und nachbarschaftliche Selbsthilfepotentiale aktiviert werden. In einem Zeitraum von rund drei Jahren wurde dafür unter wissenschaftlicher Begleitung und Untersuchung ein Etablierungskonzept entwickelt. Im Mittelpunkt steht der demenziell erkrankte Mensch mit seinen Bedürfnissen. Dabei profitieren die Teilnehmer*innen von Tablet-PC gestützten Aktivierungs-Materialien, die neben der körperlich-geistigen Anregung auch eine individuelle Gestaltung der gemeinsam verbrachten Zeit mit Angehörigen, Nachbar*innen oder Betreuungskräften ermöglichen.

Nach Abschluss der Hauptstudie wird auf der REHAB der I-CARE-Prototyp gezeigt und weitere Teilnehmer*innen für die Weiterentwicklung des Produkts gesucht. „Es sind keine technischen Vorkenntnisse erforderlich, durch eine Schulung und enge persönliche Begleitung erlernen die Nutzer den Umgang mit dem Gerät“, erklärt Jana Lohse, Projektkoordination. Auf dem Tablet-PC werden z.B. individuelle Fotografien zur Biografie-Arbeit, Musik-Videos und Ratespiele zu verschiedenen Interessensgebieten gespeichert.

Die technischen Entwicklungen im Projekt I-CARE orientieren sich an den verschiedenen Nutzergruppen und ihren Bedürfnissen. Technik wird immer nur eine unterstützende Funktion im Betreuungsprozess einnehmen. „Wir legen großen Wert darauf, dass dies im Rahmen des gesamten Projekts und im Hinblick auf die weitere Produktentwicklung gewährleistet wird“, so Clarissa Simon, Prokuristin und Geschäftsbereichsleitung Gesundheit und Pflege bei der AWO Karlsruhe gemeinnützige GmbH.

Der AWO Karlsruhe kam in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekt I-CARE die Aufgabe der Koordination der bundesweit agierenden Projektpartner zu. Neben der AWO Karlsruhe sind noch sechs weitere interdisziplinäre Verbundpartner an dem Projekt „I- CARE“ beteiligt. Diese sind die Anasoft Technology AG, die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, die Diakonischen Hausgemeinschaften e.V. sowie die Media4Care GmbH und die Topsystem Systemhaus GmbH, außerdem die Universität Bremen, das Karlsruher Institut für Technologie und die Videmo Intelligente Videoanalyse GmbH & Co. KG.

Näheres zum Projekt I-CARE erfahren Interessierte auf der REHAB am AAL-Gemeinschaftsstand bei der AWO Karlsruhe in der Sonderschau „Alltagsunterstützende Assistenzlösungen“ und bei dem Vortrag zum Projekt I-CARE: „Innovative Technologien zur individuellen Aktivierung von Menschen mit Demenz.“

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