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2020-05-07
Noch ein Jahr bis zur REHAB – 21. Europäische Fachmesse für Rehabilitation, Therapie, Pflege und Inklusion
REHAB 2019 Halle 1

Ein Jahr vor der Eröffnung der REHAB 2021 ist die Gesundheits- und Medizintechnikbranche von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie geprägt. Um allen Marktteilnehmern, Ausstellern und Besuchern einen sicheren Aufenthalt auf der REHAB 2021 zu ermöglichen, werden vorsorglich Konzepte zur Implementierung erforderlicher Sicherheitsstandards und Hygienevorschriften vorbereitet.

Bereits jetzt ist rund die Hälfte der verfügbaren Ausstellungsfläche belegt. Namhafte Hersteller, Händler und Dienstleister aus Deutschland und dem europäischen Ausland haben sich ihren Stand in Karlsruhe, und damit dem in der Medizintechnik führenden Bundesland Baden-Württemberg, frühzeitig gesichert. Wieder dabei sind Branchengrößen wie Otto Bock HealthCare Deutschland GmbH, Paravan GmbH und die dänische Alu Rehab ApS. Auch Hersteller von Kinderrollstühlen wie Rehatec Dieter Frank GmbH, SORG Rollstuhltechnik GmbH + Co. KG und Berollka-aktiv Rollstuhltechnik GmbH haben ihre Beteiligung an der REHAB zugesagt, die im zweijährigen Turnus die wichtigste Plattform für qualitativ hochwertige Mobilitätshilfen und Kinderhilfsmittel aus Deutschland und dem europäischen Ausland ist. „Die Qualität der Messe und ihrer Besucher überzeugt Hersteller und Händler gleichermaßen. 2019 konnten wir rund 18.500 Besucher und 468 Aussteller auf 40.000 Quadratmetern verzeichnen. Auch weiterhin legen wir großen Wert auf die optimale Verteilung der Aussteller auf die Hallen und die einzigartige Atmosphäre der Messe“, konstatiert Annika Gehrmeyer, Projektleiterin der REHAB.

Das bewährte Konzept themenorientierter Marktplätze wie zum Beispiel „Mobilität und Alltagshilfen“, „Kinder- und Jugendreha“ sowie „Auto & Verkehr“ strukturiert auch zukünftig das umfassende Angebot der bedeutenden Fachmesse und fördert den interdisziplinären Austausch zwischen Fachleuten der Pflege- und Gesundheitsbranche sowie Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen. Neben Innovationen der Hilfsmittelindustrie informiert die REHAB über neue Therapiemöglichkeiten und bietet ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Weiterbildungen, Vorträgen und Live-Vorführungen. Eine Sonderschau zum Thema Alltagsunterstützende Assistenzlösungen (AAL) präsentiert Technologien und digitale Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben und Wohnen in der häuslichen und pflegerischen Umgebung. Interessierte Unternehmen können noch bis zum 30. Juni 2020 zum Frühbuchertarif eine Standfläche buchen. Für Start-ups und akademische Institutionen bietet der Zukunftspavillon die Möglichkeit, ihre Innovationen vornehmlich aus den Bereichen Digitalisierung und Robotik zu präsentieren.

Mehr zu den Marktplätzen finden Sie unter:

2020-05-07
EU verschiebt Medical Device Regulation (MDR)
Europakarte mit medizinischen Geräten

Die Europäische Kommission hat im April beschlossen, das Inkrafttreten der Medizinprodukteverordnung (Medical Device Regulation, MDR) um ein Jahr – zunächst bis zum 26. Mai 2021 - zu verschieben. Diese Entscheidung dient dem Kampf gegen die COVID-19-Pandemie und soll die Verfügbarkeit lebenswichtiger Medizinprodukte in der EU verbessern.

Ziel der MDR ist es, den Schutz der Verbraucher bzw. Patienten sicherzustellen. Das Gesetz bezieht europaweit alle Wirtschaftsakteure und Gesundheitseinrichtungen mit ein und enthält zahlreiche Pflichten für alle Akteure, die Medizinprodukte herstellen, anpassen, auf dem Markt bereitstellen oder in ihrem Betrieb einsetzen. Viele bereits existierende Regelungen wurden so wesentlich konkretisiert oder verschärft.

Alle Anforderungen rund um Hilfsmittelversorgung im Fokus

Dies betrifft nicht nur Hersteller, sondern auch Leistungserbringer wie Sanitätshäuser. Ob die Übergangsfristen, die bestehende Zertifizierungen von Produkten betreffen, auch verlängert werden, ist zurzeit noch unklar.

Dreh- und Angelpunkt der neuen strengen Prüfungen sind die sogenannten „benannten Stellen“ – nur diese wenigen dürfen noch in „Vor-Ort-Audits“ zertifizieren: Ob und in welchem Ausmaß die benannten Stellen rechtzeitig die notwendigen Zertifikate ausstellen können, ist angesichts der aktuellen Sicherheitsmaßnahmen sowie der gültigen Reisebeschränkungen noch unklar. Um die Versorgung mit Medizinprodukten in Europa aufrechtzuerhalten, fordern Berufs- und Branchenverbände deshalb die Verschiebung der Übergangsfristen sowie eine Verlängerung der Abverkaufsfristen.

Dokumentation, Hygiene, Ergebniskontrollen: Strenge Auflagen für alle

Dennoch muss sich die Branche weiter vorbereiten: Fachhändler/Sanitätshäuser müssen umfassende Rückverfolgbarkeits- und Kontrollpflichten erfüllen und enger mit den Herstellern und Vorlieferanten zusammenarbeiten. Sie müssen mehr denn je sicherstellen, dass die von den Herstellern vorgegebenen produktspezifischen Lager- und Transportbedingungen eingehalten werden.

Die Anforderungen zu Kontrollen und Lagerung haben weitreichende Auswirkungen auf die Warenwirtschaft, denn, wie jetzt während der COVID-19-Pandemie deutlich wird, muss jeder Versorger stets einen genauen Überblick über vorhandene Waren und deren Zustand haben.

Daraus ergibt sich die Verpflichtung zu einer umfassenden Dokumentation: Detaillierte Vorgaben zur Hygiene und Aufbereitung der Hilfsmittel sind einzuhalten. Auch müssen Händler Beschwerden von Anwendern und Patienten sammeln, dokumentieren, auswerten und weiterleiten.

Die Deutsche Gesellschaft für Interprofessionelle Hilfsmittelversorgung e.V. hat alle für den Hilfsmittelmarkt wichtigen Rechte und Pflichten aus der EU-MDR für Hersteller und Leistungserbringer in übersichtlichen Leitfäden aufgearbeitet: www.dgihv.org/mdr/

Mehr Informationen über dieses und andere Themen auf der REHAB erfahren Sie unter:

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2020-05-07
AAL, Telemonitoring und digitale Sprechstunde – wie die Digitalisierung in der Branche Fahrt aufnimmt
Anleitung per Videochat

Kontaktverbote, Infektionsrisiken und mangelnde Schutzausrüstung sind in der aktuellen COVID-19-Pandemie bei der Versorgung von Patienten ein großes Hindernis. Sowohl der Gesetzgeber als auch die Berufsverbände lockern vorübergehend die Auflagen zur digitalen Sprechstunde und Versorgung der Leistungserbringer für die Zeit der Kontaktsperren.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Der Einsatz technischer Assistenzsysteme AAL (Ambient Assisted Living) im häuslichen Umfeld beziehungsweise in der Pflege bietet ein erhebliches Potential zur Entlastung von Pflegepersonal und Angehörigen sowie zum Erhalt einer größtmöglichen Selbstständigkeit von Unterstützungsbedürftigen. Die App „Pflegecockpit“ der Firma Thomashilfen ermöglicht es beispielsweise, Infos über bettlägerige Patienten abzurufen. Eine Dekubitus-Ratgeber-App für pflegende Angehörige kann bei der Dekubitus Prophylaxe unterstützen, während sich mithilfe der PApp der RWTH Aachen die eigene Medikation überprüfen und steuern lässt.

Kliniken, SPZs (Sozialpädiatrische Zentren) und andere medizinische Einrichtungen rüsten gerade auf: Per Telefon- oder Videokonferenz sind allgemeine Beratung, Anamnesen, wöchentliche Verlaufsgespräche und interdisziplinäre Sprechstunden möglich. Mobile Messgeräte und die digitale Patientenakte sichern den Austausch von Behandlungsdokumenten, Rezepten, Röntgenbildern und Ähnlichem.

Übungsprogramme per App unter fachlicher Begleitung ermöglichen in den Bereichen Ergotherapie, Logopädie und Reha-Sport ein kontinuierliches Training: So bietet zum Beispiel Thieme Tele Care ein Sensor- und App-gesteuertes Rückentraining für Menschen mit Rückenbeschwerden an. Die Firma Bauerfeind nutzt eine Therapie-App für individuelle Übungen beim Einsatz von Kniebandagen. Viele weitere Apps im Bereich Gesundheit und Therapie sind auch in der Datenbank von Rehadat zu finden. Telefonischer Kontakt zu Patienten unterstützt eine begonnene Therapie zusätzlich.

Sanitätshäuser nutzen digitale Plattformen zur Dokumentation des Versorgungsverlaufs (z.B. BEB oder ICF-CY Web App). Folgeversorgungen zum Verbrauch bestimmter Hilfsmittel sind aktuell auch nach telefonischer Verordnung ohne Unterschrift möglich. Telefonischer Kontakt zu den Kunden oder Videokonferenzen helfen, Versorgungen zu überprüfen oder online Einweisungen zu ermöglichen. Auch Apps bieten Anleitung und Nutzungsinformationen zu diversen Hilfsmitteln: Sie helfen zum Beispiel Diabetikern, die Daten ihres Blutzuckermessgerätes zu verwalten oder ermöglichen – wie die Cockpit App von Ottobock – die selbständige Protheseneinstellung. Youtube-Videos oder Livechats zur Nutzung von Alltagshilfen wie beispielsweise von der Firma Saljol sind ebenfalls nützliche digitale Unterstützer.

Auch im Handwerk optimieren digitale Technologien die Arbeitsprozesse. In der Fertigung von Hilfsmitteln hat mit dem 3D-Druck die Digitalisierung Einzug gehalten. Digitale Bewegungsanalysen und Scans dienen als Grundlage für Versorgungen.

Noch sind die Probleme beim Datenschutz und die Möglichkeiten der Abrechnung von digital erbrachten Leistungen nicht zufriedenstellend geklärt.

Viele Leistungserbringer machen sich dennoch auf den Weg und investieren in die Zukunft. Benutzerfreundliche Kommunikationssysteme, sichere Übertragungswege der Patientendaten und Schnittstellensicherheit bei den Beteiligten sind notwendige Parameter für die Akzeptanz und erfolgreiche Umsetzung.

Mehr zum Thema AAL finden Sie auch auf den Seiten:

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2020-05-07
Um ein Werkzeug reicher – die digitale Werkstatt für Orthetik und Prothetik
Mecuris Digitale Workflows für Orthetik
Darstellung der digitalen Workflows für Orthetik der Firma Mecuris

Orthopädietechniker sind häufig Tüftler, die selbst Hand anlegen und die Kunden möglichst individuell versorgen wollen: Wachsender Wettbewerb, Kosten- und Zeitdruck machen es oft schwer, dieses Maß an Individualität zu gewährleisten. Gleichzeitig fordert der aufgeklärte Anwender individuelle Lösungen nach seinem Geschmack, will seine Prothese zum Beispiel nicht länger verstecken und einen selbstbewussteren Umgang mit seinem Hilfsmittel pflegen.

Die rasante Entwicklung im industriellen 3D-Druck und die Digitalisierung bieten jetzt neue Lösungen, die es jedem Orthopädietechniker ermöglichen, individuell und dennoch digital zu fertigen. Das Münchner Medizintechnik-Unternehmen Mecuris stellte beispielsweise eine Art „digitale Werkbank“ vor, welche die Arbeit des Technikers sinnvoll ergänzt. Der intuitive Aufbau bietet die Möglichkeit dieses digitale Tool zu nutzen – ganz ohne Vorkenntnisse in 3D-Technologien. Dazu übersetzt Mecuris, als Dienstleister, das traditionelle Orthopädie-Handwerk in digitale Workflows und patientenspezifische Produkte, die im industriellen 3D-Druck gefertigt werden.

Diese Workflows stellt das Unternehmen dem Techniker auf seiner Online-Plattform zur Verfügung, so dass er individuelle Orthesen und Prothesen konfigurieren kann. Dabei sind die einzelnen Schritte so einfach wie möglich gehalten und in Bereichen teil-automatisiert. Diese Plattform bildet dabei zwei Produktionsbereiche ab, die Orthesen- und die Prothesenwerkstatt.

In der Orthesenwerkstatt – neu seit April 2020 – kann der Techniker ganz nach seinen Anforderungen die digitalen Arbeitsweisen und Werkzeuge entweder in Teilschritten oder als Gesamtprozess nutzen. Letzterer endet in der Herstellung einer individuellen 3D-gedruckten Orthese.

In der Prothesenwerkstatt wiederum stehen Workflows zur Erstellung patientenspezifisch angepasster Prothesenfüße und maßgeschneiderter Prothesen-Cover zur Verfügung.

Die einzelnen Bausteine der digitalen Dienstleistungen - die Softwarelösungen, der Druckbetrieb und die zertifizierten Endprodukte - werden permanent weiterentwickelt und an die sich verändernden Marktbedingungen, wie beispielsweise die EU-MDR-Vorgaben, angepasst.

Sie interessieren sich für das Thema orthopädische Hilfsmittel? Dann schauen Sie sich auch unseren Themenbereich dafür an:

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