Wie Mobilität Generationen verbindet und Aktivität zum Spaßfaktor wird

Bewegung macht Spaß und erhält die Mobilität. Aber Mobilität ist nicht nur Bewegung, Mobilität ist auch Begegnung.

Die WHO hebt hervor, dass gemeinsame Aktivitäten, soziale Unterstützung und Teilhabe wichtige Faktoren für das Wohlbefinden älterer Menschen sind.

Doch was tun, wenn die eigene Mobilität nachlässt und damit auch die Möglichkeiten, anderen Menschen zu begegnen und am Leben teilzunehmen?

Umso wichtiger sind Lösungen, die Menschen dabei unterstützen, aktiv zu bleiben und ihren Alltag selbstbestimmt zu gestalten. Die REHAB Karlsruhe gibt Einblicke in vielfältige Mobilitäts- und Freizeitlösungen, die dazu beitragen, Teilhabe und Lebensqualität zu stärken. Denn selbstbestimmte Mobilität bedeutet auch, Begegnungen zu schaffen und Freizeit gemeinsam zu erleben.

Eine besondere Möglichkeit, Mobilität und Begegnung miteinander zu verbinden, bietet die Initiative Radeln ohne Alter Deutschland: Sie bringt mobilitätseingeschränkte Menschen und ehrenamtliche Rikscha-Pilotinnen und -Piloten zusammen und ermöglicht ihnen gemeinsame Ausflüge und unvergessliche Erlebnisse.

Caroline Kohl holte gemeinsam mit Natalie Chirchietti die Idee vor zehn Jahren nach Deutschland und gründete erst eine lokale Ortsgruppe in Bonn und dann den bundesweiten Dachverband Radeln ohne Alter Deutschland e.V.. Inzwischen gibt es unter dem Dachverband zahlreiche Standorte bundesweit. Die benötigten Rikschas werden – je nach örtlichem Bedarf und Einsatzgebiet – durch Spenden finanziert und angeschafft; auch der Betrieb der einzelnen Standorte wird auf diese Weise unterstützt.

Bei Radeln ohne Alter finden Ehrenamtliche und Menschen mit eingeschränkter Mobilität zusammen. Gemeinsam geht es hinaus und dabei entstehen besondere Momente – nicht nur untereinander, sondern auch mit Passanten, die den Rikscha-Teams fröhlich zuwinken.

Mobilität schafft Begegnung, Teilhabe und gemeinsame Erinnerungen

So wird aus einer Fahrt mehr als nur ein Stück Mobilität, denn sie schafft Begegnung, Teilhabe und gemeinsame Erinnerungen. „Nicht nur die Seniorinnen und Senioren haben bei den Ausflügen strahlende Augen, auch uns Rikscha-Fahrenden geht das Herz auf, wenn wir sehen, wieviel Freude wir bereiten können!“, erklären Liane und Gerd aus Bonn ihr ehrenamtliches Engagement. Natalie lernt als Pilotin ihre Heimat durch die Augen ihrer Fahrgäste und deren Geschichten neu kennen. „Das findet man in keinem Geschichtsbuch“, erklärt sie und tritt begeistert für die Initiative in die Pedale.

Eine klassische Win-win-Situation

Gemeinschaftliche Unternehmungen und anregende Begegnungen helfen, im Alter länger aktiv zu bleiben. Verena Krause aus der Geschäftsstelle in Bonn ist überzeugt: „Bürgerliches Engagement wird immer wichtiger und bringt Freude für alle Beteiligten.“

Bei Radeln ohne Alter finden ehrenamtliche Fahrerinnen bzw. Fahrer und Menschen mit eingeschränkter Mobilität zusammen. Foto: RadelnohneAlter/Sebastian Knoth

Gemeinschaftliche Unternehmungen und anregende Begegnungen helfen, im Alter länger aktiv zu bleiben. Foto: RadelnohneAlter/vanRaam

Auf der REHAB in Karlsruhe können Besuchende verschiedene Spezialräder auf dem Testgelände ausprobieren. Foto: Messe Karlsruhe/Jannik Hammes

Mobilitätslösungen auf der REHAB entdecken und testen

Dank eines stetig wachsenden Angebots an Spezialrädern werden Mobilität und Freizeitaktivitäten heute auch für Menschen mit Einschränkungen möglich. Auf der REHAB in Karlsruhe können Besuchende verschiedene Lösungen entdecken, vergleichen und teilweise direkt vor Ort auf einem Testgelände ausprobieren. Rikschas, Rollstuhltransporträder, Dreiräder, Tandems und weitere Spezialräder sind Möglichmacher: Als attraktive Freizeit- und Mobilitätslösungen wieder selbst Fahrrad zu fahren, gemeinsam unterwegs zu sein oder jemanden mitzunehmen. Exemplarisch stellen wir im Folgenden die Hersteller von Spezialrädern vanRaam sowie die Hase Bikes GmbH vor.

Auf der REHAB 2027 können die Mobilitätslösungen von vanRaam ausprobiert werden. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

Hase Bikes ist Ausstellender auf der REHAB 2027 und präsentiert dort aktive Freizeit – und Mobilitätslösungen. Foto: HaseBikes Kettwiesel

Komfort und Sicherheit spüren von Anfang an

Wer an Muskelkraft verliert, wird unsicher, bewegt sich weniger und büßt an Mobilität ein. Komfort, Stabilität und Unterstützung erleichtert diesen Menschen den Wiedereinstieg in Freizeitaktivitäten per Rad und geben Sicherheit im Straßenverkehr. Hersteller vanRaam ermuntert seine Kunden, weiterhin in die Pedale zu steigen: „Bei vanRaam finden wir heraus, was möglich ist.“, erklärt uns Managing Director Gerwin Sieders.

„Jeder Mensch ist anders, warum also sollte jedes Fahrrad gleich sein? Es gibt viele Möglichkeiten und Optionen, das Fahrrad individuell anzupassen, damit es zu den Wünschen und der Lebensweise unserer Kunden passt. Unser Ziel bei vanRaam ist: Wenn Sie Rad fahren wollen, schaffen Sie das auch.“, erklärt Sieders weiter.

„Unsere Räder sind alles – nur nicht langweilig“

Hase Bikes steht als deutsche Fahrradschmiede im Herzen des Ruhrgebiets für aktive Freizeit – und Mobilitätslösungen. Der Wunsch, mit seinem blinden Freund auf Tour gehen zu können, brachte Gründer Marec Hase vor 37 Jahren auf die inklusive Idee eines „Nebeneinander-Tandems“. Damit gewann er den Wettbewerb „Jugend forscht“.

Seitdem wächst die Palette an sportlichen, stylischen und alltagstauglichen Fahrrädern für Menschen mit und ohne Handicap, auch im Familien- und Kinderbereich. Innovative Details ergeben sich aus den individuellen Bedarfen der großen und kleinen Kunden. „Für eine kleine Kundin haben wir im letzten Jahr z.B. die Kopfbremse entwickelt, damit sie trotz ihrer Spastiken sicher bremsen und aktiv sein kann“, erklärt Marc Wiesmann, der sich bei Hase Bikes um das Marketing kümmert. „Diese Bremslösung stellen wir unter anderem vom 13. bis 15. Mai 2027 auf der nächsten REHAB in Karlsruhe vor. Dank der Hilfsmittelnummer für viele unserer Modelle ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich.“

Gemeinsam mit dem Tandem auf Tour gehen, sicher die Welt erkunden mit dem Dreirad, unterstützt mobil sein: „Die Räder von Hase Bikes haben Kultfaktor, wer einmal damit fährt, bleibt dabei“, weiß Marc und steigt auf sein eigenes Bike. Beim Radfahren kommen ihm einfach die besten Ideen.