Sicher mobil bleiben

Wie präventive Maßnahmen und passende Lösungen im Alltag Selbstständigkeit erhalten


Die gute Nachricht lautet: In Deutschland leben Menschen immer länger – bereits 2025 ist jede 4. Person in Deutschland 67 Jahre oder älter.1

Angesichts der demografischen Entwicklung gewinnt deshalb die Erhaltung der Mobilität zunehmend an Bedeutung. Präventive Maßnahmen können dazu beitragen, Funktionalität und Teilhabe möglichst lange zu erhalten. Das Robert-Koch Institut nennt explizit Mobilität als zentralen Faktor für Alltagsaktivitäten. Aber der zunehmende Verlust der Muskelkraft macht die betroffenen Menschen unsicher und sorgt dafür, dass sie sich weniger bewegen. Die Angst vor einem Sturz und die damit verbundene zunehmende Inaktivität verstärken jedoch das Sturzrisiko.

Sturzprävention beginnt im Alltag

Kai Käßhöfer ist Geschäftsführer der Evangelischen Stadtmission Karlsruhe gGmbH. Seine Sozialstation versorgt rund 1.200 Menschen in ihrem häuslichen Umfeld und er plädiert für Sturzprävention im Alltag.

„Die Sozialstation ist in der Regel der erste professionelle Dienst, der die Wohnung und den Menschen im Alltag sieht. Nicht in der Praxis, nicht in der Klinik, sondern dort, wo gestürzt wird.“ Besonders kritisch sind laut Käßhöfer Situationen in der Nacht und Übergänge: das Aufstehen aus dem Bett, der Weg zur Toilette oder das Ein- und Aussteigen aus der Dusche. Scheinbar alltägliche Situationen wie gleichzeitig telefonieren und aufstehen können zur Herausforderung werden.

„Das eigentliche Problem: Der Radius wird kleiner – aus Angst vor einem Sturz.“, sagt Käßhöfer

Bereits wenige Tage im Bett können Muskelkraft kosten und das Risiko steigern. Aus Unsicherheit und zum Schutz werden zunächst Einkäufe vermieden, später Treppen oder Spaziergänge. Angehörige übernehmen Tätigkeiten, die eigentlich noch selbstständig möglich wären. So kann unbeabsichtigt weitere Inaktivität entstehen.

Für Käßhöfer beginnt Prävention deshalb deutlich vor dem ersten Sturz und spätestens dann, wenn das Aufstehen schwerer fällt oder Menschen beginnen, sich an Möbeln entlang zu hangeln. Das Sturzrisiko ist für seine Mitarbeitenden Bestandteil des Erstbesuchs und der Beratungsbesuche.

Seine Sozialstation setzt dabei auch auf speziell qualifizierte Mitarbeitende, unter anderem mit Zusatzqualifikationen als Reha-Coach sowie im Bereich Beckenboden- und Sturzprophylaxe.

„Zuhause entscheidet sich, ob Menschen mobil bleiben“, sagt Käßhöfer. Foto: Kai Käßhöfer/Ev. Stadtmission Karlsruhe

Rehasense ist eines von vielen Unternehmen, die auf der kommenden REHAB vom 13. bis 15. Mai 2027 diverse Rollatoren vorstellen. Foto: Messe Karlsruhe/Jannik Hammes

Hilfe in Form von Hilfsmitteln anzunehmen, kann zum Gamechanger werden.

Das passende Hilfsmittel macht den Unterschied und mit der richtigen Unterstützung wird mehr Aktivität und soziale Teilhabe möglich. Rehasense ist eines von vielen Unternehmen, die auf der kommenden REHAB vom 13. bis 15. Mai 2027 ein breites Produktangebot vorstellen. Das Unternehmen entwickelt Mobilitätslösungen für Menschen mit motorischen Einschränkungen und setzt dabei auf Sicherheit, Selbstständigkeit und Alltagstauglichkeit: mit u. a. wendigen Rollatoren für den Wohnbereich, ultraleichten Carbon-Rollatoren für unterwegs sowie praktischem Zubehör zur individuellen Anpassung.

Der Rollator wird Trainingspartner

Beim Rollator-Hersteller Saljol setzt man nicht nur auf die Nutzung eines Rollators als Gehhilfe, sondern macht ihn selbst zum Trainingspartner. Physiotherapeutin Katharina Bergschneider hat das Rollastic-Programm für Saljol entwickelt, um die Risken und Nebenwirkungen zu minimieren oder sogar vorzubeugen. Sie empfiehlt regelmäßiges Training als feste Alltagsroutine. Mit diesem Gymnastikprogramm können gezielt Beweglichkeit, Balance, Koordination und Kraft trainiert werden. „Jeder kleine Schritt zählt – einfach starten und das tun, was man kann.“, ermutigt sie.

„Wir wollen Menschen, die einen Rollator nutzen, motivieren, ihr Hilfsmittel als Ermöglicher von Freizeitaktivitäten und als Accessoire für ein selbstbestimmtes Leben zu erkennen.“

Deshalb empfiehlt Bergschneider, sich Trainingspartner und Gleichgesinnte zu suchen, denn zusammen macht Bewegung mehr Spaß und motiviert, aktiv zu bleiben. „Gemeinsam unterwegs zu sein und fit zu bleiben, steigert die Lebensfreude und wirkt vorbeugend.“, lautet ihr Credo.

„Jeder kleine Schritt zählt – einfach starten und das tun, was man kann.“, ermutigt Bergschneider. Foto: Rollastic/Katharina Bergschneider

Auf der REHAB können Besuchende Rollatoren und andere Mobilitätshilfen ausprobieren und sich umfassend beraten lassen. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

Prävention bedeutet, heute etwas dafür zu tun, dass möglichst viel möglich bleibt.

Ob Rollator, Training oder andere Mobilitätshilfen: Entscheidend ist nicht das Hilfsmittel selbst, sondern die Frage, was es Menschen ermöglicht: Sicherer unterwegs zu sein. Selbstständig bleiben. Freunde treffen. Aktiv sein.

Die passenden Lösungen dafür sind vielfältig und genau diese Vielfalt an Beratungsangeboten und Hilfsmitteln zum Ausprobieren wird auf der REHAB Karlsruhe erlebbar.

Mobilität ist ein zentraler Faktor für Alltagsaktivitäten.

Mit zunehmendem Verlust von Muskelkraft steigt bei älteren Menschen die Sorge vor einem Sturz. Gesund.bund.de weist darauf hin, dass gerade die Angst vor dem Sturz dazu führen kann, dass Menschen sich weniger bewegen – und dadurch ihr Sturzrisiko sogar steigt.

Bewegungstraining, das Erkennen von Stolperfallen und individuell passende Hilfsmittel helfen, um diesem Teufelskreis zu entkommen.

Mobil bleiben: 10 einfache Tipps zur Sturzprävention

Routinen einbauen:

Das erste Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen und eine ausgewogene eiweißreiche Ernährung helfen dem Stoffwechsel auf die Sprünge und beim Muskelaufbau und steigern die Vitalität

Bewegen:

Kraft, Gleichgewicht und Beweglichkeit regelmäßig trainieren, das geht auch beim Zähne putzen auf einem Bein.

Aufstehen:

Mehrmals am Tag bewusst ohne Abstützen vom Stuhl aufstehen, sofern dies sicher möglich ist.

Stolperfallen beseitigen:

Lose Teppiche, Kabel und unnötige Hindernisse entfernen.

Für gutes Licht sorgen:

Vor allem Flure, Treppen und Bad nachts gut ausleuchten.

Sicheres Schuhwerk:

Feste Schuhe mit gutem Halt auch in der Wohnung tragen.

Bad sicher machen:

Haltemöglichkeiten schaffen und rutschige bzw. schwer zugängliche Bereiche überprüfen.

Sehvermögen testen:

Sehvermögen regelmäßig kontrollieren lassen.

Medikamente prüfen:

Bei Unsicherheiten mögliche Nebenwirkungen mit Arzt oder Apotheker besprechen.

Nach einem Klinikaufenthalt aktiv werden:

Bewegung und Muskelkraft gezielt wieder aufbauen.

Gemeinsam aktiv sein:

Bewegungsgruppen, Präventionskurse, Physiotherapie oder Sportangebote nutzen.